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Entschädigung für Opfer von Gewalttaten beantragen

Als Opfer einer Gewalttat können Sie vom Staat unter bestimmten Umständen eine Entschädigung erhalten. Diese entspricht den Leistungen, die das Bundesversorgungsgesetz (BVG) vorsieht. Sie bestehen aus:

  • Leistungen zur medizinischen Rehabilitation
    Beispiele: Übernahme der Kosten für einen stationären Aufenthalt in einem Krankenhaus, orthopädische Hilfsmittel, Kuren, Zahnersatz, Belastungserprobung, Arbeitstherapie
  • Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
    bei bleibenden Beeinträchtigungen der beruflichen Tätigkeit
  • Leistungen zum Ausgleich der wirtschaftlichen Folgen
    • Beschädigtenrenten mit Einzelleistungen wie Grund- und Ausgleichsrente, Berufsschadensausgleich
    • Hinterbliebenenrenten mit ähnlichen Einzelleistungen
  • Bestattungs- und Sterbegeld

Die Höhe der Leistungen ist von den Umständen Ihres Einzelfalls abhängig.

Generelle Zuständigkeit:

die Gemeinde, in dessen Bezirk das Opfer beziehungsweise die Hinterbliebenen den Wohnsitz oder den gewöhnlichen Aufenthalt haben

Voraussetzungen:

Einen Anspruch auf Versorgung haben Sie, wenn Sie in der Bundesrepublik Deutschland

  • Opfer eines vorsätzlichen, rechtswidrigen tätlichen Angriffs wie z.B. eines Raubüberfalls oder einer Vergewaltigung wurden oder einen solchen Angriff rechtmäßig abgewehrt haben und
  • hierdurch eine gesundheitliche Schädigung erlitten haben und
  • die deutsche oder eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen. Auch ausländische Staatsangehörige, die nicht Angehörige der EU-Staaten sind, können unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch geltend machen.

Hinweis: Als Opfer von Gewalttaten, die außerhalb der Bundesrepublik Deutschland begangen wurden, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen eingeschränkte Leistungen erhalten . In diesen Fällen kommen jedoch zuerst Leistungsansprüche aus anderen öffentlichen oder privaten Sicherungs- oder Versorgungssystemen in Betracht.

Ein Anspruch auf Entschädigung besteht nicht, wenn

  • Sie als Opfer die Schädigung verursacht haben oder
  • es aus sonstigen, besonders in Ihrem eigenen Verhalten liegenden Gründen unbillig wäre, eine Entschädigung zu gewähren.

Gleiches gilt, wenn der tätliche Angriff mit einem Kraftfahrzeug oder einem Anhänger begangen wurde. In diesen Fällen wenden Sie sich an Verkehrsopferhilfe e.V.

Hinweis: Treffen Ansprüche nach dem Opferentschädigungsgesetz mit anderen Ansprüchen zusammen, kann der Anspruch nach dem Opferentschädigungsgesetz ganz oder teilweise ruhen.

Unterlagen:

  • in der Regel: keine

Hinweis: Unterlagen wie z.B. ein Strafurteil oder ärztliche Gutachten,die die Gewalttat oder Ihren hierdurch bedingten Gesundheitszustand belegen, können Sie bereits mit dem Antrag oder auch später einreichen.

Ablauf:

Sie können den Antrag schriftlich oder mündlich zur Niederschrift stellen. Die zuständige Stelle klärt den Sachverhalt von sich aus auf. Sie sind verpflichtet, bei der Aufklärung mitzuwirken.

Die zuständige Stelle kann

  • Auskunftspersonen und Sachverständige hören,
  • Krankenpapiere, Aufzeichnungen und Ähnliches von den jeweiligen Trägern zur Einsicht heranziehen,
  • Gutachten und amtliche Auskünfte einholen und
  • Urkunden beschaffen oder die Beteiligten beauftragen, diese vorzulegen oder beizubringen.

Kosten:

keine

Frist:

keine

Sie können den Antrag jederzeit stellen. Sie bekommen die Leistungen in der Regel ab Antrag gewährt. Wenn Sie den Antrag innerhalb eines Jahres nach der Gewalttat stellen, können Ihnen auch Leistungen für die Zeit vor der Antragstellung gewährt werden.

Rechtsgrundlage:

Zuständige Ansprechpartner und Behörden:

Landratsamt Emmendingen Landratsamt Emmendingen

Landratsamt Emmendingen
Bahnhofstraße 2-4
79312 Emmendingen
Telefon: 07641 451-0
Fax: 07641 451-1999
mail(@)landkreis-emmendingen.de

Sprechzeiten:

Allgemeine Öffnungszeit Mo 08:30 - 12:00 Uhr Di 08:30 - 12:00 Uhr Mi geschlossen Do 08:30 - 12:00 und 14:00 - 18:00 Uhr Fr 08:30 - 12:00 Uhr

Lebenslagen:

Freigabevermerk:

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen. Das Sozialministerium hat dessen ausführliche Fassung am 21.12.2016 freigegeben.